Absichten und Reflexionen einer Reise der United Methodist Church zur COP27

Letzte Woche nahm ich in Ägypten an meiner ersten Klimakonferenz (Conference of Parties, COP) teil. Da es sich um die 27. COP handelte, wird sie oft als „COP27“ bezeichnet. Diese jährliche Konferenz bietet führenden Persönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft die Möglichkeit, zusammenzukommen, zu verhandeln und sich mit wichtigen geopolitischen Themen auseinanderzusetzen. Frühere COPs führten 2016 zum Pariser Abkommen und 2021 zur Gründung der Glasgow Financial Alliance for Net-Zero (GFANZ).

Ich hatte das Glück, dieses Jahr mit Kollegen aus der United Methodist Church (UMC)-Gemeinschaft zu der Veranstaltung zu reisen: Reverend Jenny Phillips vom General Board of Global Ministries, der weltweiten Missions-, Hilfs- und Entwicklungsorganisation der UMC; und John Hill vom General Board of Church and Society, der Organisation, die sich darauf konzentriert, politische Entscheidungsträger und globale Führungskräfte zu Positionen zu bewegen, die für die Mission der UMC wichtig sind.
John, der bereits an vielen früheren COP-Konferenzen teilgenommen hatte, war so freundlich, mir während der gesamten Veranstaltung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sein wertvollster Hinweis kam wohl schon vor Konferenzbeginn, als er anmerkte, dass die COP27 wahrscheinlich eine ganze Bandbreite an Emotionen hervorrufen würde – von überwältigend über inspirierend und frustrierend bis hin zu erdend und erschöpfend. Mit diesem Wissen im Hinterkopf und um meine Erfahrung bewusst zu gestalten, ging ich mit drei einfachen Zielen in die COP27. Nach einer ereignisreichen Woche habe ich über diese Ziele nachgedacht.
ZIEL #1: DIE POTENZIELLEN AUSWIRKUNGEN DER GLOBALEN POLITIK AUF DAS PORTFOLIO VON WESPATH BESSER VERSTEHEN
Warum ich diese Absicht gefasst habeDiese Absicht gründet sich auf Wespaths treuhänderische Verantwortung. Die globale Politik spielt eine direkte Rolle bei der Gestaltung und Beeinflussung der Kapitalmärkte. Wir sind überzeugt, dass Gesetze und Verordnungen zum Klimawandel das Potenzial haben, Gewinner und Verlierer hervorzubringen, was sich auf unsere Investitionen auswirken wird.
Reflexionen aus der TeilnahmeDie Veranstaltung bot Einblicke in zentrale Hindernisse und Chancen für die globale Klimapolitik und Investitionen. Ein Höhepunkt war die Rede der pakistanischen Klimaministerin Sherry Rehman, die eindringlich die Dringlichkeit von Klimafinanzierungen zur Bewältigung von Umweltnotständen betonte. Frau Rehman sprach über die jüngsten, verheerenden Überschwemmungen in Pakistan und forderte sofortiges, entschlossenes Handeln.
Interessant war auch der Beitrag der US-Unterhändler, die darauf hinwiesen, dass die Möglichkeiten des US-Außenministeriums, bei der Klimafinanzierung Fortschritte zu erzielen, ohne eine stärkere politische Unterstützung begrenzt seien. Diese dürfte angesichts der aktuellen parteipolitischen Blockade in den USA und der schwierigen wirtschaftlichen Lage in weiten Teilen der entwickelten Welt in naher Zukunft schwer zu erreichen sein.
Diese Gespräche unterstreichen die Komplexität der Klimapolitik und werden Wespath dabei helfen, stärkere und differenziertere Fragen und Überlegungen für unsere Vermögensverwalter zu entwickeln, damit wir unsere Stimme als Vermögensinhaber bestmöglich nutzen und unsere Investitionen in einer sich schnell verändernden Welt optimal positionieren können.
ABSICHT #2: WEITERE NACHHALTIGE INVESTITIONEN UND NETTO-NU-ARBEIT VON WESPATH
Warum ich diese Absicht gefasst habeWespaths Engagement für nachhaltige Investitionen basiert auf unserer Verpflichtung, den Übergang zu einer nachhaltigen Weltwirtschaft zu unterstützen. Diese definieren wir als eine Wirtschaft, die sozialen Zusammenhalt, langfristigen Wohlstand für alle und eine intakte Umwelt fördert. Durch die Teilnahme an der COP erhoffte ich mir, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie diese ganzheitliche Arbeit durchdacht und strategisch umgesetzt werden kann.
Reflexionen aus der TeilnahmeNach dem Austausch mit über 40,000 Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Bereichen ist deutlich geworden, dass unsere Arbeit an Klimaneutralität weiterhin die vielfältigen Perspektiven zahlreicher Interessengruppen einbeziehen muss. So nahm ich beispielsweise an einem von der Net-Zero Asset Owner Alliance organisierten privaten Dialog zwischen Finanzministern, Verhandlungsführern und Experten aus dem privaten Investitionssektor teil. Dabei diskutierten wir die Zusammenarbeit in Klimafragen. Wir kamen gemeinsam zu dem Schluss, dass wir mehr miteinander reden, einander besser verstehen und Wege finden müssen, effektiver an unseren gemeinsamen Zielen zusammenzuarbeiten. Viele Teilnehmende freuten sich, dass die christliche Perspektive von Wespath die Gespräche mitprägte.
ABSICHT #3: BEZIEHUNGEN AUFBAUEN

Warum ich diese Absicht gefasst habeDie Chance, auf die ich mich bei COP am meisten freute, war die einzigartige Möglichkeit, Beziehungen zu Menschen aus aller Welt aufzubauen.
Reflexionen aus der TeilnahmeInnerhalb einer Woche lernte ich einen Journalisten aus Indien, einen liberianischen Jugendaktivisten, einen südafrikanischen Verhandlungsführer und Menschen aus verschiedenen Teilen der USA kennen und knüpfte Kontakte. Auch meine Beziehungen zu John und Jenny vertiefte ich. Diese Momente – vom Austausch über die besuchten Treffen bis hin zum Nachdenken über wichtige Fragen, die uns beschäftigten, oder einfach dem gemeinsamen Lachen nach einem langen Tag – waren ein freudvoller und prägender Teil dieser Erfahrung, und ich bin überzeugt, dass sie zu weiterer wirkungsvoller Zusammenarbeit führen werden. Jede dieser Begegnungen erweiterte meinen Horizont und erinnerte mich daran, dass meine Erfahrungen nur einen Teil einer riesigen und komplexen Welt widerspiegeln.
Wenn Sie mehr über die COP27 erfahren möchten, einschließlich der aufschlussreichen und vielseitigen Perspektiven von John und Jenny sowie von mir und unserer Kollegin Ilka Vega von United Women in Faith, besuchen Sie bitte die Website Aufzeichnungen unserer zweiteiligen Webinar-Reihe.